VERSE ZUM ADVENT

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,

aber als Knecht Ruprecht schon

kommt der Winter hergeschritten,

und alsbald aus Schnees Mitten

klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,

bunt auf uns hernieder sah,

weiß sind Türme, Dächer, Zweige,

und das Jahr geht auf die Neige,

und das schöne Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,

heute bist du noch so fern,

aber Tannen, Engel, Fahnen

lassen uns den Tag schon ahnen,

und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane

Bald ist Weihnacht, wie freu’ ich mich drauf, da putz uns die Mutter ein Bäumlein schön auf; es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern’, wie hab’n wir doch alle das Weihnachtsfest gern.

Der kleine Nimmersatt

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd, ‘ne Festung und Soldaten   und eine Rüstung und ein Schwert, wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch’ ich mir und Farbe auch zum Malen   und Bilderbogen und Papier und Gold- und Silberschalen.

Ein Domino, ein Lottospiel, ein Kasperletheater,   auch einen neuen Pinselstiel vergiß nicht lieber Vater !

Ein Zelt und sechs Kanonen dann und einen neuen Wagen  und ein Geschirr mit Schellen dran, beim Pferdespiel zu tragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop,’ne magische Laterne,   ein Brennglas, ein Kaleidoskop - dies alles hätt’ ich gerne.

Mir fehlt - ihr wißt es sicherlich - gar sehr ein neuer Schlitten,   und auch um Schlittschuh’ möchte ich noch ganz besonders bitten.

Und weiße Tiere auch von Holz und farbige von Pappe,   und einen Helm mit Federn stolz und eine Flechtemappe.

Auch einen großen Tannenbaum, dran hundert Lichter glänzen,   mit Marzipan und Zuckerschaum und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel, und wollt ihr daraus wählen,   so könnte wohl der Pinselstil und auch die Pappe fehlen.

Als Hänschen so gesprochen hat, sieht man die Eltren lachen:   “Was willst du kleiner Nimmersatt, mit all den vielen Sachen?

Wer so viel wünscht” - der Vater spricht’s - “ bekommt auch nicht ein Achtel -  der kriegt ein ganz klein wenig Nichts in einer Dreierschachtel.”

                                                               Heinrich Seidel

                                    

 

Vorfreude

Abend, wenn es dunkel ist, in der Weihnachtswoche,   kommt der liebe heil’ge Christ, horcht am Schlüsselloche.

Bist du dann recht gut und fein, will er dir was schenken,  schreibt es in sein Buch hinein, daß er dran mag denken.

Altes Kinderlied

Advent

 

 

  21.Oktober 2007